Dr. med. univ. Maria Heger
Ordination Dr. Maria Heger | A-1030 Wien, Landstraßer Hauptstr. 75-77/2/15 | Tel/Fax: 01/710 91 90 | Terminvereinbarung: 0664/41 50 757
Ergometrie / Fahrradtest

Risikofaktoren für Herzerkrankungen

Bluthochdruck

Lang bestehender Bluthochdruck (Hypertonie) birgt das Risiko einer Atherosklerose und kann somit unter anderem zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Hypertonie wird oft über viele Jahre nicht bemerkt, da sie anfangs keine Beschwerden verursacht und erst nach Auftretenden von Komplikationen erkannt wird.
Der Blutdruckwert unterliegt großen Schwankungen, eine Hypertonie kann daher nicht mit einer einzigen Blutdruckmessung diagnostiziert werden. Zusätzlich ergibt die Messung beim Arzt oft höhere Werte, weil man verständlicherweise aufgeregt ist. Es sollten daher ca. 30 Selbstmessungen durchgeführt werden, der Durchschnittswert hat dann wirklich Aussagekraft. Erst wenn mehr als 7 von 30 Werten einer Messreihe erhöht sind, spricht man von Bluthochdruck.
Man kann den Bluthochdruck gut behandeln oder auch vorbeugen, insofern sind regelmäßige Messungen notwendig.

Die Definition der Hypertonie hat sich in den letzten Jahren verändert:

  Systolischer Blutdruck Diastolischer Blutdruck
Normaler Blutdruck: unter 130 mmHg unter 85 mmHg
Grenzbereich: 130-139 mmHg 85-89 mmHg
Hypertonie: ab über 140 mmHg über 90-99 mmHg

Erhöhte Cholesterinwerte

Cholesterin wird vom Körper selbst produziert und auch mit der Nahrung aufgenommen. Es wird als Baustein für unsere Körperzellen oder zum Aufbau von Hormonen verwendet.
Ein Zuviel an mit der Nahrung zugeführtem Cholesterin kann nicht mehr verarbeitet werden und wird zum Teil in den Arterien als atherosklerotische Plaques abgelagert. Das führt schließlich zur „Verstopfung“ der Arterien, vermindert die Sauerstoffversorgung im jeweiligen Gefäßbezirk, und es treten Beschwerden, unter anderem Schmerzen, auf.

Man unterscheidet verschiedene „Arten“: Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin.
Im Allgemeinen gelten als Richtwerte:
Gesamtcholesterin: ideal unter 200 mg/dl
HDL-Cholesterin: ideal über 35 - 45 mg/dl
LDL-Cholesterin: ideal unter 130 mg/dl

Ein erhöhter Gesamtcholesterinspiegel kann durch eine Umstellung der Ernährung und auch durch Bewegung/Sport gesenkt werden. Damit sinkt das Risiko von Herzinfarkt oder Schlaganfall. In ausgeprägten Fällen sind Medikamente zur Cholesterinsenkung notwendig.

Die Höhe des Cholesterinspiegels und die Verteilung auf LDL und HDL hängen von der körpereigenen Produktion, die wiederum durch die Aufnahme von tierischem Fett stimuliert wird, sowie von der Cholesterinzufuhr mit der Nahrung und vom Verbrauch ab. Der Cholesterinspiegel hängt unter anderem auch mit körperlicher Bewegung und mit der Stressbelastung zusammen. Ein gutes Beispiel für die vernetzte Struktur des Organismus und dafür, dass es wenig Sinn macht, Einzelfaktoren isoliert zu betrachten.

Falsche Ernährung

Wir essen zu viel, zu fett, zu wenig Obst und Gemüse, und oft kommt noch zuviel Alkohol dazu.
Mit einer gesunden Ernährung könnten wir unser Leben positiv beeinflussen. Als Grundlage dient die Ernährungspyramide: Vollkorn/Getreideprodukte und Obst bzw. Gemüse sollten oft gegessen werden, hingegen Fleisch, Eier oder fette Milchprodukte nur in geringem Ausmaß (Vorsicht: „versteckte Fette“ in Würsten oder Kuchen, etc.). Süßigkeiten und Zucker sollten besonders selten konsumiert werden. Auch auf Alkohol sollte verzichtet werden (hoher Kaloriengehalt und fehlender Sättigungswert!!)

Übergewicht

Bei Übergewicht (Adipositas) sollte eine Gewichtsabnahme angestrebt werden. Eine Einteilung bezüglich Normalgewicht oder Übergewicht erfolgt über den Body Mass Index (BMI). Dieser errechnet sich nach der Formel: Körpergewicht (kg) dividiert durch Körpergröße (m) zum Quadrat. BMI = kg/m²

Beispiel: Gewicht 70kg, Größe: 1,75m. BMI = 70/1,75² = 23

 BMI unter 18,5 Untergewicht
  18,5-25 Normalgewicht
  25-30 Übergewicht
  30-40 Fettsucht
  über 40 krankhafte Fettsucht

Das Risiko für Atherosklerose und in weiterer Folge Herzinfarkt ist bei solchen Personen besonders hoch, bei denen das Fettgewebe im Bereich des Bauches vermehrt ist. Der Bauchumfang sollte bei Männern unter 94 cm und bei Frauen unter 80 cm liegen. Ab einem Umfang von über 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen ist eine Gewichtsreduktion dringend notwendig.
Die Arterien übergewichtiger Kinder zeigen bereits vor der Pubertät erste Anzeichen einer Atherosklerose. Durch gesunde Ernährung und sportliche Aktivität können diese Schäden rückgängig gemacht werden. Diät allein kann die Probleme dicker Kinder nicht lösen.

Zigaretten

Zigarettenraucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern das doppelte Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden! Ca. 4% des Zigarettenrauches macht Kohlenmonoxid aus. Es vermindert den Sauerstofftransport im Blut und erhöht den Cholesterinspiegel.
Nikotin ist eine Sucht-Droge und wirkt über das vegetative Nervensystem. Die Folge ist Arterienverengung, Steigerung der Herzfrequenz und Erhöhung des Blutdruckes. Insgesamt steigt das Risiko für Gefäßverkalkung.
Hilfestellungen für ein Aufhören mit dem Rauchen bieten Nikotinersatztherapien wie Kaugummi, Inhalator oder Pflaster. Weitere Informationen bieten niedergelassene Ärzte, Ambulatorien oder spezielle Institute.

Stress

Durch Arbeitsüberlastung, Krankheiten oder private Krisen stehen wir oft unter großem Stress. Die Folge ist unter anderem Bluthochdruck oder Herzrasen. Wenn solche Situationen ständig vorliegen, besteht neuerlich die Gefahr von Atherosklerose bzw. Herz-Kreislauferkrankungen. Auch seelischer Stress bei Familienproblemen, Depression, etc. ist gesundheitsschädlich.
Zum Stressabbau gehört Entspannung, entweder durch regelmäßige körperliche Bewegung (wandern, joggen, spazieren gehen) oder durch z.B. autogenes Training oder Meditation, etc.

Insgesamt senkt regelmäßige körperliche Bewegung das Risiko für Herzinfarkt.
Es reicht oft rasches Gehen über 20 Minuten tgl. Bevor man ernsthaft mit Ausdauertraining beginnen möchte, sollte ca. ab dem 40. Lebensjahr aber davor eine Ergometrie erfolgen. Im Rahmen dieser Untersuchung würde ein Bluthochdruck oder eine bereits bestehende koronare Minderdurchblutung erkannt werden, zusätzlich kann die Trainingsherzfrequenz berechnet werden.

Andere Faktoren

Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist bei familiärer Belastung, z.B. der Vater hatte einen Herzinfarkt, deutlich gesteigert. In so einem Fall sollte präventiv das Risikoprofil niedrig gehalten werden.

Auch Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), bereits durchgemachte Schlaganfälle, aber auch Lebensalter über 50 Jahre und männliches Geschlecht begünstigen das Auftreten einer koronaren Herzerkrankung.

Diese Seite weiterempfehlen:

Impressum|Website by berghWerk New Media